Am 27. März 2025 fand der erste Verhandlungstermin zum Sozialtarifvertrag bei den Ford-Werken in Köln statt. Der Arbeitgeber hat die Forderungen der IG Metall mit Nachdruck zurückgewiesen.
„Das hat uns nicht wirklich überrascht“, kommentiert Kerstin D. Klein, 1. Bevollmächtigte der IG Metall Köln-Leverkusen, „wir konnten jedoch weitere Verhandlungstermine vereinbaren, in denen wir versuchen wollen, gute Lösungen für die drängenden betrieblichen Probleme zu finden. Dabei wollen wir den Druck auf die Arbeitgeberseite hochhalten und werden diese Verhandlungen mit Warnstreiks begleiten.“ Die IG Metall ruft daher alle Beschäftigten in Niehl, Merkenich und bei FCSD zu Warnstreiks in den Nacht-, Früh- und Spätschichten auf, beginnend ab dem 1. April 2025.
Angesichts der geplanten Restrukturierungen und der Kündigung der Patronatserklärung durch die Ford Motor Company fordern der Betriebsrat und die IG Metall eine solide Zukunftsstrategie sowie ein insolvenzgeschütztes Sicherheitsnetz für alle 11.500 Beschäftigten.
„Wir zeigen dem Arbeitgeber mit diesen Warnstreiks, dass die Belegschaft geschlossen hinter den Forderungen der IG Metall und des Betriebsrates steht. Wir wollen eine faire Gesamtlösung für alle Beschäftigten und erwarten, dass die Geschäftsführung sich in den Verhandlungen nun deutlich auf uns zu bewegt“, ergänzt Frank Koch, Vertrauenskörperleiter bei den Ford-Werken FCSD. Sein Kollege David Lüdtke, Vertrauenskörperleiter bei den Ford Werken Niehl/Merkenich fügt hinzu: „Wir fordern
nach wie vor ein nachhaltiges Zukunftskonzept für die Kölner Standorte und den Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze, aber wir brauchen auch ein Insolvenz-geschütztes Sicherheitsnetz. Die Kündigung der Patronatserklärung hat das Vertrauen unserer Kolleginnen und Kollegen in das Unternehmen nachhaltig erschüttert.“
„Während das Unternehmen bemüht ist, verloren gegangenes Vertrauen durch eigene Informationsveranstaltungen zurückzugewinnen, sehen viele Kolleginnen und Kollegen die derzeitige Situation als bedrohlich an. Eine mögliche Insolvenz wird von der Geschäftsführung als nur geringfügiges Risiko dargestellt, jedoch angesichts fehlender Details über einen zukunftsfähigen Geschäftsplan fällt es vielen schwer, daran zu glauben“, schildert Benjamin Gruschka, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates der Ford-Werke GmbH, zur Stimmung in der Belegschaft.
Die IG Metall wird weiterhin alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um die Interessen der Beschäftigten zu wahren und die Verhandlungen zügig voranzutreiben. Falls notwendig, sind auch weitere Warnstreiks oder sogar unbefristete Streiks nicht ausgeschlossen.
Die Warnstreiks finden zu folgenden Zeiten statt:
Dienstag, 01.04. 23:00 Uhr in der Nachtschicht Niehl & FCSD am Kreisel Niehl
Mittwoch, 02.04. 10:00 Uhr in der Frühschicht Niehl am Kreisel Niehl
Mittwoch, 02.04. 16:30 Uhr in der Spätschicht Niehl am Kreisel Niehl
Donnerstag, 03.04. 9:30 Uhr in der Frühschicht PD, FCSD & FN4 hinter Tor 54
Donnerstag, 03.04. 16:30 Uhr in der Spätschicht FCSD & FN4 vor Tor 52
Für weitere Informationen oder Interviews stehen wir Ihnen am 02.04.2025 ab 11.15 Uhr an Tor 6, Emdener Str. zur Verfügung.
„Wir bleiben Ford! Gemeinsam weiterkämpfen für Köln“
Pressemitteilung der IG Metall Köln-Leverkusen